Länderpokal Feld 2026
Hessenschild kehrt nach Westdeutschland zurück – weibliche Auswahl krönt starkes Länderpokal-Wochenende
23. June 2026
Wie ist es eigentlich so einen Länderpokal zu spielen? Wie läuft das Ganze aus Spieler*innen-Perspektive ab?
Der Länderpokal der U16 gilt als das höchste Jugendturnier Deutschlands. Die besten Auswahlmannschaften der Landesverbände treffen hier aufeinander, um sich mit den stärksten Spielerinnen und Spielern des Landes zu messen. Für den Westdeutschen Hockey-Verband bedeutete das: drei Tage voller Hockey, Emotionen, Teamgeist und unvergesslicher Momente. Austragungsort war in diesem Jahr die Anlage von Rot-Weiß München.
Freitag – Eine Reise mit Hindernissen
Unser Abenteuer begann bereits früh am Freitagmorgen. Um 7:30 Uhr startete die Reise Richtung München. Was eigentlich eine entspannte Zugfahrt werden sollte, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Geduldsprobe. Verspätungen, ausgefallene Züge und zahlreiche Planänderungen begleiteten uns auf dem Weg in den Süden.
Trotzdem ließ sich niemand die Stimmung verderben. Im Gegenteil: Je länger die Reise dauerte, desto mehr wuchs die Vorfreude auf das Wochenende. Es wurde gelacht, Karten gespielt, Musik gehört und natürlich über Hockey gesprochen. Die Energie innerhalb der Mannschaft war von Anfang an spürbar.
Nach einer langen Anreise erreichten wir schließlich gegen 18:30 Uhr München. Die erste Station war ein gemeinsames Abendessen bei einem Italiener. Nach vielen Stunden unterwegs schmeckte das Essen gleich doppelt so gut. Anschließend ging es ins Hotel. Die Vorfreude auf die kommenden Spiele war riesig, und jeder wusste: Morgen wird es ernst.
Samstag – Ein nahezu perfekter Turniertag
Der Samstag begann früh. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Hockeyanlage. Unsere Routine war klar: Etwa 15 Minuten vor jedem Spiel startete das gemeinsame Warm-up. Konzentration, Fokus und die richtige Einstellung standen dabei im Mittelpunkt.
In der Gruppenphase warteten starke Gegner auf uns. Zum Auftakt trafen wir auf Bremen. Von Beginn an zeigte die Mannschaft eine starke Leistung und gewann verdient mit 4:1.
Auch im zweiten Gruppenspiel gegen Rheinland-Pfalz ließen wir keine Zweifel aufkommen. Mit viel Spielfreude, hoher Intensität und konsequenter Chancenverwertung stand am Ende ein beeindruckendes 9:0 auf der Anzeigetafel.
Damit war der Gruppensieg gesichert und der Einzug in das Viertelfinale perfekt.
Dort trafen wir auf Berlin. Obwohl die Bedeutung des Spiels jedem bewusst war, blieb die Mannschaft ruhig und konzentriert. Von der ersten Minute an kontrollierten wir das Spielgeschehen und setzten unsere Chancen konsequent um. Mit einem klaren 8:0-Sieg zogen wir ins Halbfinale ein.
Besonders bemerkenswert war dabei unsere Defensivleistung. Nach drei Spielen standen lediglich ein Gegentor und 21 eigene Treffer zu Buche. Doch Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte.
Zwischen den Spielen herrschte eine fantastische Stimmung. Es wurde gelacht, gescherzt und die gemeinsame Zeit genossen. Gleichzeitig war allen bewusst, dass Erfolg nur durch Zusammenhalt möglich ist.
Unser Motto lautete:
„Es gibt kein Ich in diesem Wir.“
Dieser Satz begleitete uns das gesamte Wochenende. Jeder kämpfte für jeden, jeder unterstützte jeden.
Ebenso wichtig war unsere besondere „West Coast“-Mentalität. Vor jedem Spiel und in entscheidenden Momenten versammelten wir uns im Kreis. Dann hallte es laut über die Anlage:
„WEST COAST!“
Dieser Ruf stand für unseren Zusammenhalt, unser Selbstvertrauen und unseren unbedingten Willen, als Mannschaft aufzutreten.
Nach dem erfolgreichen Turniertag hatten wir uns das Abendessen mehr als verdient. Gemeinsam besuchten wir ein traditionelles bayerisches Wirtshaus. Dort wurde gegessen, gelacht und die gemeinsame Zeit genossen. Natürlich durfte auch das Mitfiebern beim Deutschland-Spiel nicht fehlen. Die Stimmung war hervorragend.
Doch trotz aller Freude blieb der Fokus erhalten. Jeder wusste, dass am nächsten Tag die entscheidenden Spiele bevorstanden.
Sonntag – Der Kampf um den Titel
Am Sonntagmorgen stand zunächst die Aktivierung auf dem Programm. Danach wurde gefrühstückt, bevor wir uns ein letztes Mal auf den Weg zur Anlage machten.
Im Halbfinale wartete Hessen.
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives und hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften verteidigten stark und schenkten sich keinen Zentimeter Raum. Chancen waren selten, jeder Fehler konnte entscheidend sein.
Unsere Mannschaft blieb geduldig und glaubte an ihre Stärke. Schließlich gelang der entscheidende Treffer zum 1:0. Es war ein knapper Sieg, aber ein verdienter. Der Jubel nach dem Schlusspfiff war riesig.
Finale.
Mehr Motivation brauchte niemand.
Im Endspiel trafen wir auf Hamburg – eine Mannschaft, die ebenfalls ein starkes Turnier gespielt hatte. Beide Teams wollten den Titel gewinnen.
Hamburg erwischte den besseren Start und ging mit 2:0 in Führung. Doch Aufgeben war für uns keine Option. Genau in solchen Momenten zeigte sich der Charakter unserer Mannschaft.
Wir kämpften uns zurück ins Spiel, verkürzten auf 1:2 und warfen im letzten Viertel noch einmal alles nach vorne. Jeder Sprint, jeder Zweikampf und jeder Ballgewinn wurde gefeiert. Die Chancen auf den Ausgleich waren da, doch am Ende fehlte das berühmte Quäntchen Glück.
Mit dem Schlusspfiff stand fest: Hamburg gewinnt den Länderpokal, und wir holen die Silbermedaille.
Natürlich war die Enttäuschung zunächst groß. Wer so nah am Titel ist, möchte ihn am Ende auch gewinnen. Doch nach kurzer Zeit überwog der Stolz auf das gemeinsam Erreichte.
Fazit – Mehr als nur ein Turnier
Auch wenn wir unser maximales Ziel knapp verpasst haben, können wir auf ein außergewöhnliches Wochenende zurückblicken.
Mit 22 erzielten Toren und lediglich 3 Gegentoren gehörten wir zu den stärksten Mannschaften des gesamten Turniers. Noch wichtiger als die sportlichen Ergebnisse war jedoch das, was neben dem Platz entstanden ist.
Wir haben als Team zusammengelebt, zusammen gelacht, zusammen gewonnen und gemeinsam die Niederlage im Finale verarbeitet. Es wurden neue Freundschaften geschlossen, unzählige Witze gemacht und Erinnerungen geschaffen, die uns noch lange begleiten werden.
Der Länderpokal 2026 in München hat gezeigt, was den Westdeutschen Hockey-Verband auszeichnet: Leidenschaft, Teamgeist, Zusammenhalt und die Bereitschaft, füreinander alles zu geben.
Vielleicht sind wir ohne Gold nach Hause gefahren. Aber wir sind als Mannschaft gewachsen, haben wertvolle Erfahrungen gesammelt und bewiesen, dass wir zu den besten U16-Teams Deutschlands gehören.
Und eines ist sicher:
Wenn irgendwo in Deutschland wieder ein Kreis aus WHV-Spielern steht und laut „WEST COAST!“ durch die Luft schallt, wird jeder wissen, dass hier eine Mannschaft zusammensteht, die füreinander kämpft – auf und neben dem Platz.
Ein Wochenende voller Hockey, Emotionen und Erinnerungen, das keiner von uns so schnell vergessen wird.
Lucas Amate
Mit einem Titel und einem zweiten Platz kehren die U16-Auswahlteams des Westdeutschen Hockey-Verbands vom Länderpokal-Wochenende in München zurück. Während sich die weibliche Auswahl den Hessenschild sicherte, musste sich die männliche Auswahl erst im Finale geschlagen geben.
Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich die besten U16-Auswahlteams der Landesverbände in München, um die Sieger des Hessenschilds und des Franz-Schmitz-Pokals auszuspielen. Wie bereits im Vorjahr standen dabei erneut die Teams aus Westdeutschland und Hamburg beziehungsweise Bayern in den Endspielen – ein Zeichen für die hohe Qualität und Kontinuität der WHV-Auswahlarbeit.
WU16 triumphiert im Shoot-out
Die weibliche Auswahl des WHV spielte ein starkes Turnier und zog souverän in das Finale gegen Titelverteidiger Bayern ein. Nach einem hochspannenden Endspiel stand es nach der regulären Spielzeit 1:1, sodass die Entscheidung im Shoot-out fallen musste.
Dort bewiesen die Westdeutschen starke Nerven und setzten sich mit 3:2 durch. Der Jubel kannte anschließend keine Grenzen: Der Hessenschild geht 2026 an den Westdeutschen Hockey-Verband.
MU16 mit starker Leistung bis ins Finale
Auch die männliche Auswahl des WHV zeigte über das gesamte Wochenende hinweg überzeugende Leistungen und erreichte erneut das Finale des Franz-Schmitz-Pokals. Dort traf das Team auf Hamburg, den Titelträger des vergangenen Jahres.
Nach einem frühen 0:2-Rückstand kämpfte sich die WHV-Auswahl eindrucksvoll zurück und machte die Partie noch einmal spannend. Trotz einer starken Schlussphase musste sich das Team am Ende knapp geschlagen geben, sodass der Franz-Schmitz-Pokal erneut nach Hamburg ging.
Erfolgreiches Wochenende für den WHV
Der Gewinn des Hessenschilds und die Vizemeisterschaft beim Franz-Schmitz-Pokal unterstreichen einmal mehr die hervorragende Nachwuchsarbeit im Westdeutschen Hockey-Verband. Die Leistungen beider Teams, des Trainer- und Betreuerstabs sowie aller Beteiligten zeigen, dass der WHV im deutschen Auswahlhockey weiterhin zu den führenden Verbänden gehört.
Der WHV gratuliert der weiblichen U16-Auswahl herzlich zum Titelgewinn und bedankt sich bei beiden Teams für ein herausragendes Wochenende und ihren großen Einsatz in München.