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Internationaler Einsatz für WHV-Schiedsrichter

Hendrik Völker beim Umpires Development Programme der EHF

06. May 2026

Unser Schiedsrichter Hendrik Völker war über das Osterwochenende im tschechischen Rakovník bei Prag im Rahmen des EuroHockey Umpire Development Programme (UDP), für das er als einer von acht Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern aus ganz Europa nominiert wurde, im Einsatz. Die 18. Gruppe des UDP umfasst Dayana Petkova (Bulgarien), Max Davidson (England), Enzo Saleine (Frankreich), Hendrik Völker (Deutschland), Karolis Donculas (Litauen), Marc van Tuijl (Niederlande), Emilia Lozano (Spanien) und Yevhen Stupachenko (Ukraine). Im Laufe der kommenden zwei Jahre nehmen die Teilnehmer an zwei Präsenzseminaren pro Jahr teil und erhalten mindestens eine EuroHockey-Nominierung pro Saison. Betreut wird die Gruppe von zwei erfahrenen Mentoren: Tamas Hermann (Ungarn) und Martin Madden (Schottland) – Letzterer ist dreimaliger Olympia-Schiedsrichter und leitete unter anderem das Olympia-Finale 2024 zwischen Deutschland und den Niederlanden in Paris.

Das Auftaktseminar der Gruppe 18 fand im Rahmen eines 6-Nationen-Osterturniers der männlichen U18-Nationalmannschaften in Rakovník statt, einer Kleinstadt rund 45 Minuten westlich von Prag. Teilnehmende Mannschaften waren Spanien, Frankreich, England, Irland sowie die U21-Auswahlen von Österreich und Tschechien.

 Am Donnerstagabend ging es für mich per Direktflug von Düsseldorf nach Prag. Nach der Landung wartete ich noch kurz auf meinen französischen Kollegen Enzo, der aktuell in Hamburg lebt und nur wenige Minuten nach mir landete. Gemeinsam wurden wir von den Organisatoren abgeholt und ins knapp 45 Minuten entfernte Rakovník gefahren. Am Hotel angekommen, blieb noch Zeit für ein kurzes Hallo mit den anderen Schiedsrichterkollegen, bevor es ins Bett ging.

 Der Freitag begann mit einem frühen Frühstück und einem kurzen Kennenlernen der Schiedsrichterkollegen, die ich bisher noch nicht persönlich getroffen hatte – fünf der acht Kollegen kannte ich schon aus den Programmen Umpires for Nations und Umpires for Europe, für die ich in den vergangenen zwei Jahren vom DHB nominiert wurde. Im Anschluss gab es eine kurze Besprechungsrunde, in der offene Rückfragen zum neuen Briefing geklärt wurden.

 Um 10:45 Uhr startete das erste Spiel des Turniers. Mein erster Einsatz folgte direkt danach: Gemeinsam mit meinem litauischen Kollegen Karolis leitete ich die Partie Österreich gegen Spanien. Im Anschluss an das Spiel folgte eine kurze Nachbesprechung mit unseren Mentoren, die uns ihr Feedback gaben. Anders als ich es aus Deutschland gewohnt war, hörten sie auch in den Funk mit rein und konnten uns somit wertvolles Feedback und Tipps zu unserer Kommunikation geben.

 Nach dem letzten der drei Spiele ging es den kurzen Weg zurück in die Unterkunft. Den Abend ließen wir nach dem gemeinsamen Abendessen mit ein wenig Teambuilding ausklingen – eine gute Gelegenheit, die Gruppe auch abseits des Spielfeldes besser kennenzulernen.

 Am Samstag übernahm ich zunächst die Rolle des Reserve Umpire im ersten Spiel des Tages zwischen Frankreich und England. Im zweiten Spiel war ich dann gemeinsam mit meinem ukrainischen Kollegen Yevhen für die Partie Spanien gegen Irland angesetzt.

 Am Nachmittag nutzten wir die spielfreie Zeit, um gemeinsam den EHL-Livestream zu verfolgen – als Schiedsrichtergruppe natürlich mit besonderem Augenmerk auf die Leistungen der Kollegen auf höchster Ebene.

 Am Abend erwartete uns dann eine Key Note über die verschiedenen Panels und Kader der FIH, die Aufstiegsmöglichkeiten im internationalen Schiedsrichterwesen sowie das Bewertungssystem. Gerade für uns als Gruppe enorm hilfreich, ein klares Bild davon zu bekommen, welche Schritte und Leistungen auf dem Weg nach oben erforderlich sind.

 Der Sonntag begann für mich deutlich entspannter, da mein Einsatz erst im letzten Spiel des Tages anstand. Gemeinsam mit meinem englischen Kollegen Max leitete ich die Begegnung Spanien gegen Frankreich.

 Am Abend hatten wir die Gelegenheit, in einer offenen Fragerunde unsere Fragen direkt an Martin zu richten. Besonders hilfreich war sein Bericht darüber, wie man Job, Privatleben und das Schiedsrichterwesen auf höchstem Niveau miteinander vereinbaren kann.

 Am Montag standen die letzten Spiele des Turniers auf dem Programm. Da jeder von uns über das Wochenende insgesamt drei Spiele leitete und somit einen Ruhetag hatte, fiel mein spielfreier Tag ausgerechnet auf den Abreisetag. So kam ich am Montag leider nicht mehr zum Einsatz, was den Tag aber durchaus entspannt gestaltete.
 

Nach dem letzten Spiel blieb noch etwas Zeit, die wir nutzten, um gemeinsam das EHL-Finale im Livestream zu verfolgen. Am Abend ging es dann zurück zum Flughafen Prag und per Direktflug nach Hause.

 Das Auftaktseminar in Rakovník war ein hervorragender Start in das zweijährige UDP-Programm. In nur wenigen Tagen haben wir unglaublich viel gelernt – sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits des Platzes durch die Vorträge und den Austausch mit den Kollegen aus ganz Europa.

Der Blick geht nun nach vorne: Im Sommer steht vermutlich noch ein internationales Turnier an, bevor es dann im Oktober mit dem zweiten UDP-Seminar im Rahmen der EHL KO16 weitergeht. Ich freue mich sehr auf die kommenden Stationen und bin dankbar für die Möglichkeit, mich auf internationalem Niveau weiterzuentwickeln.

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