Unified Schiedsrichter im Regelbetrieb
Grenzen verschieben, Chancen schaffen: Das Unified-Schiedsrichterprogramm
10. June 2026
Der Westdeutsche Hockey-Verband setzt ein starkes Zeichen für Inklusion im Sport: Mit Thorsten Steinmetz leitete erstmals ein Schiedsrichter mit geistiger Beeinträchtigung ein Regionalligaspiel im WHV-Spielbetrieb. Seine Premiere beim Spiel der weiblichen U14 zwischen dem HC SW Bonn und Schwarz-Weiß Köln war dabei weit mehr als ein persönlicher Erfolg – sie markiert einen wichtigen Meilenstein für den Hockeysport und das Unified-Schiedsrichterprogramm.
Was vor einigen Jahren noch als mutige Vision galt, wird nun gelebte Realität. Steinmetz, der seit vielen Jahren im Special Hockey aktiv ist und bereits internationale Erfahrungen sammeln konnte, entwickelte sich über das Unified-Schiedsrichterprogramm Schritt für Schritt weiter. Nach seiner Ausbildung und ersten Einsätzen im Jugendspielbetrieb erhielt er im Frühjahr als erster Schiedsrichter mit geistiger Behinderung die Jugendschiedsrichter-Lizenz des WHV. Mit seinem ersten Einsatz in der Regionalliga folgte nun der nächste bedeutende Schritt.
Die Premiere verlief dabei äußerst erfolgreich. Gemeinsam mit seinem Unified-Partner Dirk von Jeetze leitete Steinmetz die Begegnung souverän und erhielt positives Feedback von Mannschaften, Verantwortlichen und Zuschauenden. Vor allem aber zeigte der Einsatz eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Menschen Chancen erhalten und von einem starken Netzwerk unterstützt werden.
Auch über den Hockeysport hinaus fand dieser besondere Moment große Beachtung. Ein Fernsehteam begleitete den Einsatz, wodurch die Bedeutung des Projekts einem breiten Publikum nähergebracht wurde. Damit wird sichtbar, was den WHV seit Jahren antreibt: Hockey soll ein Sport für alle sein.
Das Unified-Schiedsrichterprogramm verfolgt genau dieses Ziel. Menschen mit und ohne geistige Behinderung werden gemeinsam ausgebildet und lernen, Verantwortung auf dem Spielfeld zu übernehmen. Dabei geht es nicht nur um Regelkenntnis und Spielleitung, sondern vor allem um Teilhabe, gegenseitiges Lernen und die Überzeugung, dass Vielfalt den Sport bereichert. Dank der Unterstützung zahlreicher Partner und Förderer konnte sich das Programm in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickeln.
Für den WHV ist die Regionalliga-Premiere von Thorsten Steinmetz deshalb nicht das Ende einer erfolgreichen Entwicklung, sondern der Beginn neuer Möglichkeiten. Ziel bleibt es, weitere Unified-Schiedsrichterinnen und -Schiedsrichter auszubilden, zusätzliche Spielklassen zu erschließen und Inklusion noch stärker im regulären Spielbetrieb zu verankern.
Thorsten Steinmetz hat mit seinem Einsatz gezeigt, wie Sport Grenzen überwinden kann. Sein Weg macht Mut, eröffnet Perspektiven und unterstreicht, dass der Hockeysport dann am stärksten ist, wenn er allen Menschen die Chance gibt, ihre Fähigkeiten einzubringen. Der WHV ist stolz darauf, diesen Weg gemeinsam mit ihm und vielen engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern zu gehen.